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10.07.26
atomstopp: Kreativwettbewerb mit Anti-Atom-Sonne gegen falsche Erzählung von AKW-Renaissance
atomstopp macht die "Smiling Sun" im 51. Jahr ihres Bestehens wieder verstärkt sichtbar als Mahnung, dass Atomstrom die Erdüberhitzung befeuert und verlost tolle Buchpreise.
1975 wurde die Anti-Atom-Sonne von der dänischen Aktivistin Anne Lund entworfen. Weltweit in über 50 Sprachen übersetzt, begleitet sie seither mit ihrem Slogan "Atomkraft? Nein Danke!" viele erfolgreiche Kämpfe für eine nachhaltige Welt.
"Fotografiert eine Anti-Atom-Sonne, die ihr entdeckt, oder setzt sie selbst in Szene und haltet sie fotografisch fest. Ob an einem besonderen Ort, kreativ inszeniert oder mit einer persönlichen Geschichte verbunden, wir freuen uns auf eure Beiträge aus aller Welt. Schreibt uns dazu, wo ihr die Sonne aufgenommen habt", ruft Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! zur Teilnahme auf.
"Atomkraft? Nein Danke" war nie wichtiger als heute. Denn trotz des ständig sinkenden Anteils von Atomenergie an der weltweiten Stromproduktion schafft es die Industrie, eine Renaissance der Atomkraft herbeizuphantasieren. Die gibt es zwar nachweislich nicht, die mediale Debatte führt aber zu Unsicherheiten bei Menschen und Märkten und verzögert Investitionen in Erneuerbare.
Wie vergeblich alle Bemühungen sind, Atomstrom auszubauen, kann gut an Frankreich gezeigt werden. Dort wird etwa zwei Drittel des Stromes in AKWs erzeugt, mehr als in jedem anderen Land weltweit. Von den 57 laufenden Reaktoren sind die Hälfte älter als 40 Jahre. Seit 1999 wurde genau 1 AKW, Flamanville 3, ans Netz genommen. Dessen reine Bauzeit dauerte 17 Jahre. Trotzdem wird der französische Präsident Emanuel Macron nicht müde, viele AKW-Bauten gleichzeitig zu versprechen. Tatsächlich würde Frankreich ohne gefährliche AKW-Laufzeitverlängerungen zwei Drittel seiner Stromproduktion verlieren.
Frankreich zeigt auch exzellent, wie AKW-Phantasien den Ausbau der Erneuerbaren behindern: Trotz tausender Kilometer Küsten an verschiedenen Meeren wurde 2025 in Offshore-Windparks nur 1 Prozent des Stromes erzeugt. Demgegenüber stehen Küstenländer wie Dänemark mit 24 und das Vereinigte Königreich mit 18 Prozent.
"atomstopp hat die Anti-Atom-Sonne seit Jahrzehnten im Vereinslogo. Damit zeigen wir, wofür wir stehen: Für eine Zukunft ohne die Risiken der Atomkraft und für erneuerbare Energien. Es lohnt sich, diese Botschaft weiterzuverbreiten und es gibt auch jedes Monat das Buch "Reaktoren explodieren nicht - Eine kurze Geschichte der Tschornobyl-Katastrophe" zu gewinnen", unterstreicht Anna Weinbauer, stellvertretende atomstopp-Obfrau die Bedeutung dieses starken Symbols.
Der Wettbewerb läuft bis Ende Juli 2027, sodass die Smiling Sun zu jeder Jahreszeit strahlen kann. Teilnahme per Mail post@atomstopp.at, über Instagram oder Facebook. Teilnahmebedingungen
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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03.07.26
atomstopp: Mochovce 4 wird mit Uran beladen - Uralte Bausubstanz, veraltete Maschinen und Kostenverdoppelung
Mit dem Beladen des Reaktors 4 im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce steht nach jahrzehntelanger Bauzeit die Inbetriebnahme des letzten der vier 1986 begonnenen Blöcke bevor. Das Projekt ist ein Beispiel für massive Bauverzögerungen, Kostenexplosionen und Sicherheitsdefizite.
Nach Baubeginn 1986 und Einstellung 1992 wurde 2008 die Fertigstellung der AKW-Blöcke 3 und 4 begonnen. Angegeben wurde eine Bauzeit von 6 Jahren. Block 3 ging 2023 ans Netz. Ob Block 4 noch heuer ans Netz geht, ist ungewiss, aber baulich wurde er fertiggestellt und wird nun mit Brennstäben beladen. Die bei Fertigstellungsbeginn angegebene Bauzeit hat also mit 18 Jahren dreimal so lange gedauert als angegeben.
"Beim AKW Mochovce 4 sind zwischen Baubeginn und Fertigstellung etwa 40 Jahre vergangen. Das ist ein gewaltiges Sicherheitsproblem. Bei Wiederaufnahme der Arbeiten war der bauliche Teil der Blöcke 3 und 4 zu 70 Prozent fertig, die Maschinen zu 30 Prozent geliefert. Diese Teile sind schon jetzt zumindest 34 Jahre alt und noch dazu jahrelang auf einer Baustelle gestanden", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.
"Die schon vor Inbetriebnahme völlig überalterte Substanz von Mochovce 4 ist nur eines der gravierenden Sicherheitsprobleme. Bekanntlich hat der sowjetische Reaktortyp WWER 440/213 aus den 1960er-Jahren kein modernes Containment und weist damit sicherheitstechnische Parallelen zum Reaktor in Tschernobyl auf. Wo bleibt der Protest der österreichischen Regierung, wenn ein weiterer solcher Hochrisikoreaktor 100 Kilometer von der Grenze fertiggestellt wird", fragt atomstopp-Geschäftsführer Stoiber.
Wie bei AKW-Projekten üblich, haben sich auch bei Mochovce 3 und 4 die Baukosten vervielfacht. Während 2008 etwa 2,8 Milliarden Euro für die Fertigstellung angegeben wurden, liegen die tatsächlichen Kosten bei 6,7 Milliarden. Letztlich werden auch die Österreicher_innen über das EU-Finanzsystem diese enormen Fehlinvestitionen in Atomkraftwerke mitzahlen.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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