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16.06.26
atomstopp: Schon in Projektphase zeichnet sich Kostenverdoppelung bei Dukovany-AKWs ab
Die EU veröffentlicht tschechische Kostenschätzungen für die geplanten Atomreaktoren in Dukovany. Vier Jahre vor dem geplanten eigentlichen Baubeginn explodieren die Kosten. Dabei wird es nach bisherigen Erfahrungen nicht bleiben.
Das Projekt wurde ursprünglich der Öffentlichkeit mit der Gesamtsumme von 16 Milliarden Euro (400 Milliarden Kronen) für beide Reaktoren verkauft. Nunmehr zeigen die von Tschechien der EU übermittelten Unterlagen ein anderes Bild: Die overnight costs werden jetzt mit 20 bis 25 Milliarden Euro angegeben. Tatsächlich sucht Tschechien bei der EU um Genehmigung eines staatlichen Darlehens im Umfang von 23 bis 30 Mrd. Euro für die Baukosten an. Für den Fall erheblicher Verzögerungen und Kostensteigerungen wird ein Szenario von bis zu 37,5 Milliarden Euro beschrieben.
"Schon 2024 wies atomstopp darauf hin, wie unrealistisch die damals genannten Zahlen sind. Wir zeigten auf, dass die damals genannten nichts mit den tatsächlichen Kosten des Projektes zu tun haben werden und Erfahrungen anderer europäischer AKW-Neubauten außer Acht lassen", erklärt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!
atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber verweist auf die Erfahrungen mit dem letzten AKW-Bau in Europa: "Der Ende 2024 fertiggestellte Reaktorblock im französischen Flamanville wurde der Öffentlichkeit mit Kosten von 3,3 Milliarden Euro schmackhaft gemacht. Tatsächlich kostete er 23,7 Milliarden Euro. Dabei musste in Frankreich nichts neu entwickelt werden. Es ist zu bezweifeln, dass beim weltweit noch nirgends gebauten koreanischen APR-1000-Reaktor die Flamanville-Preissteigerungen ausreichen werden."
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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11.06.26
atomstopp: Schweiz Jahrzehnte von "Atom-Renaissance" entfernt
Während derzeit auch bei uns vielfach von einer angeblichen Renaissance der Atomkraft in der Schweiz zu lesen ist, zeigt der tatsächliche Stand der politischen Debatte ein deutlich differenzierteres Bild. Weder wurde der Bau neuer Atomkraftwerke beschlossen noch existieren konkrete Projekte, Standorte oder Finanzierungsmodelle. Derzeit wird in der Schweiz lediglich darüber diskutiert, das seit 2017 geltende Neubauverbot für Atomkraftwerke aufzuheben.
"Wer heute von einer Renaissance der Atomkraft in der Schweiz spricht, verwechselt politische Debatten mit der energiepolitischen Realität. Ob das geltende AKW-Bauverbot je aufgehoben wird, steht nicht einmal in den Sternen", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!, fest.
Sechs Jahre nach den Super-GAUs von Fukushima hat sich das Schweizer Stimmvolk 2017 mit gut 58 Prozent dafür entschieden, dass keine neuen AKWs mehr gebaut werden dürfen (einfachgesetzlich). Seit 2022 sammelte die Atomlobby insgesamt etwa 130.000 Unterschriften, um das Neubau-Verbot per Volksabstimmung aufheben zu lassen. Teilweise wurde die Unterschriftensammlung an Firmen ausgelagert, die pro Unterschrift etwa 8 Euro bekommen haben. Der Bundesrat, also die Schweizer Bundesregierung, lehnt diese Initiative zwar ab, hat aber einen indirekten Gegenvorschlag gemacht, der das Verbot neuer Atomkraftwerke einfachgesetzlich aufheben würde. In der großen Parlamentskammer, dem Nationalrat, laufen die Beratungen derzeit noch, eine Entscheidung fällt demnächst. Diskutiert wird dabei auch eine Rückweisung an den Bundesrat, damit die finanziellen Auswirkungen einer möglichen Aufhebung des Neubauverbots für Bund und Kantone abgeklärt werden.
"Auch in der Schweiz zeigt die laufende Debatte, dass eine zentrale Frage neuer Atomkraftwerke unbeantwortet bleibt: Wer soll die milliardenschweren Investitionen und Risiken tragen? Die Atomlobby will das AKW-Bauverbot aufheben lassen, ohne dass klar ist, wer die Kosten trägt. Dem wird das Parlament hoffentlich einen Riegel vorschieben", ist Stoiber optimistisch.
Selbst wenn der weitere Prozess ohne Klärung der Finanzfrage ablaufen sollte, wird letztlich das Volk gefragt werden, ob wieder AKWs gebaut werden dürfen. Die Initiative der Atomlobby untersteht als Verfassungsänderung zwingend einer Volksabstimmung. Aber auch wenn die Atomlobby die Initiative zurückziehen sollte, weil ihr der derzeit im Parlament diskutierte indirekte Gegenvorschlag der Regierung, also die einfachgesetzliche Aufhebung des AKW-Bauverbotes, ausreichend erscheint, wird mit größter Wahrscheinlichkeit ein Referendum abgehalten. Damit wird am Ende die Schweizer Bevölkerung über die Zukunft der Atomkraft entscheiden.
"Von einer Atom-Renaissance in der Schweiz zu sprechen, ist daher verfrüht. Ob es jemals neue Atomkraftwerke geben wird, ist politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich völlig offen. Das letzte Wort werden die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben. Selbst wenn es bis zur Volksabstimmung zu keinem neuen Super-GAU kommt, ist nicht zu erwarten, dass das Schweizer Volk für Atomstrom stimmt. Obwohl die Lobby seit Jahren mit einer Blackout-Angstkampagne massiv Stimmung für ihre veraltete, gefährliche und langsame Technik macht, sind nach neuesten Umfragen nur etwa 50 Prozent für die Aufhebung des Neubauverbotes", so Stoiber abschließend.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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