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29.10.26
atomstopp: Nach finanziellem zeichnet sich beim AKW Dukovany schon lange vor Baubeginn auch ein zeitliches Debakel ab
Der südkoreanische Staatskonzern KHNP hat bekannt gegeben, die Verhandlungen mit dem Baukonsortium aus Daewoo Engineering & Construction und Doosan Enerbility nach 15 Monaten zu beenden und sich einen anderen Errichtungspartner suchen zu wollen.
Wie The Korea Times heute berichtete, konnten sich die Beteiligten insbesondere bei der Berechnung der Baukosten und der Verteilung der finanziellen Risiken nicht einigen. KHNP muss nun einen neuen Bauauftragnehmer finden und will den Vertrag bis Juli 2027 abschließen.
Zwar will KHNP am bisherigen Zeitplan festhalten. Der Staatskonzern erklärt allerdings nicht, wie er nun in 9 Monaten einen neuen Partner finden und die Verhandlungen abschließen will, nachdem vorher 15 Monate reine Verhandlungszeit mit dem präferierten Partner nicht gereicht haben.
"Während man 2024 noch davon gesprochen hat, den ersten der beiden neuen Reaktoren in Dukovany bereits 2036 fertig zu haben, gibt man heute das Jahr 2039 an. Auch das wird bei Weitem nicht zu halten sein, zumal ein APR-1000 noch nie gebaut wurde", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.
Das finanzielle Debakel steht ohnehin bereits fest. Wie atomstopp berichtete, geht die tschechische Regierung mittlerweile davon aus, dass die beiden Reaktoren bis zu 37,5 Milliarden Euro kosten könnten. Bei Vertragsunterzeichnung im Juni 2025 sprach man von umgerechnet etwa 16 Milliarden Euro.
"Tschechien muss endlich ablassen von den verheerenden AKW-Ausbauplänen. Die Kosten werden wir via EU letztlich alle zahlen. Daher kann die österreichische Bundesregierung weder bilateral noch auf EU-Ebene weiter zu diesem Debakel in unserem Nachbarland schweigen", fordert Stoiber entschiedenes Handeln der Politik.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
Pressefoto Herbert Stoiber
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23.10.26
atomstopp: Endlager für hochradioaktiven Atommüll aus Finnland darf noch nicht befüllt werden
Schlagzeilen der letzten Stunden suggerieren, dass in Finnland ein Atommüll-Endlager in Betrieb gehen kann. Das stimmt nicht, denn die Freigabe der finnischen Strahlenschutzbehörde ist noch ausständig. Selbst wenn diese erteilt werden sollte, gibt es keinen Grund zum Jubel, denn ein sicheres Endlager kann es nie geben. Schließlich ist es unmöglich, hochradioaktiven Müll für mehrere hunderttausend Jahre sicher zu lagern.
Die Atomlobby hat es wieder einmal geschafft, die Schlagzeilen zu dominieren: "Als erstes Land weltweit - Finnland genehmigt unterirdisches Atommüll-Endlager" titelt etwa das online-Portal der ARD-Tagesschau. Solche und ähnliche Schlagzeilen sind in den letzten Stunden in vielen deutschsprachigen Medien zu lesen. Auch die Presseaussendung der finnischen Regierung schreibt in Titel, Lead und den ersten 12 Absätzen, dass das Endlager nun eine Betriebslizenz habe. Man muss - auch in den meisten Medienberichten - schon sehr weit lesen, um zu erfahren, dass die Freigabe der finnische Strahlenschutzbehörde noch ausständig ist. Bei den allermeisten Medienkonsument_innen bleibt der Eindruck, es gäbe das erste fertige Endlager für hochradioaktiven Müll weltweit. Wie so häufig, wenn die Atomindustrie ihre Hand im Spiel hat, halten die Fakten den Schlagzeilen nicht stand.
Sollte aber die finnische Strahlenschutzbehörde ihre Zustimmung geben, dann kann in dem seit 2004 errichteten, etwa 35 Kilometer langen Tunnelsystem Atommüll in 400-450 Metern Tiefe vergraben werden. Platz sollen dort etwa 6.500 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus den finnischen AKWs finden, die in Kupfer-Stahl-Behälter gegeben und mit Bentonit ummantelt werden. Wenn das Endlager voll ist, soll es verschlossen werden und nach finnischen Vorstellungen mindestens 100.000 Jahre unberührt bleiben. Tatsächlich gefährlich bleibt der Atommüll wesentlich länger, weshalb etwa Deutschland nach einem Endlager für 1 Million Jahre sucht.
"Eine sichere Endlagerung von hochradioaktivem Abfall ist schlicht unmöglich. Technische Systeme, Institutionen und Informationen funktionieren nicht über Zeiträume, die die gesamte bisherige Menschheitsgeschichte bei weitem übersteigen. Wenn wir nicht einmal verstehen, wie die Pyramiden von Gizeh vor rund 4.500 Jahren errichtet wurden, wie sollen dann Menschen in 10.000 Jahren wissen, dass sie auf Olkiluoto besser nicht in die Tiefe bohren sollen?" veranschaulicht Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! das verantwortungslose Handeln der AKW-Betreiber.
Frei nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" hofft die Atomindustrie, mit dem Vergraben des hochradioaktiven Mülls eine der wesentlichen Gefahren der Atomstrom-Produktion vergessen zu machen.
Dabei zeigt uns gerade das unlösbare Abfallproblem: "Der Mensch hätte die Büchse der Pandora "Atomkraftwerk" nie öffnen, Atommüll nie produzieren dürfen. Die gute Nachricht ist jedoch: Anders als im Mythos sind wir nicht machtlos. Wir können sie wieder verschließen, indem wir die AKWs abschalten. Wenn kein weiterer Atommüll mehr produziert wird, dann, und erst dann, ist der Moment gekommen, sich dem bereits entwichenen Unheil zu stellen", hält Stoiber fest.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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