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17.08.26
atomstopp: Kosten für Dukovany-Reaktoren explodieren - jetzt soll auch Transparenz verschwinden
Die Kosten für die geplanten neuen Atomreaktoren in Dukovany steigen wie erwartet. Der tschechische Industrieminister Karel Havlicek geht nun von 600 bis 700 Milliarden Kronen, also etwa 24 bis 28 Milliarden Euro im Idealfall aus. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit künftig keinen Einblick mehr in die Verträge zur tschechischen Atomkraft erhalten.
Bei Vertagsunterzeichnung im Juni 2025 wurde das Projekt mit etwa 16 Milliarden Euro für beide Reaktoren der Öffentlichkeit präsentiert. Wie atomstopp kürzlich aufzeigte, weist Tschechien der EU gegenüber sogenannte overnight costs von etwa 20 bis 37,5 Milliarden Euro aus, womit die Kosten bereits Jahre vor dem geplanten Baubeginn um bis zu 134 Prozent über der ursprünglichen Kalkulation liegen. Diesen Zahlen nähert sich nun auch der stellvertretende tschechische Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlicek an. Er sprach jüngst von umgerechnet 24 bis 28 Milliarden Euro für die beiden Dukovany-Blöcke und gestand ein, dass dieser Preis nur zu halten sein wird, wenn der Bau reibungslos verläuft.
"Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob Dukovany teurer, sondern wie teuer es tatsächlich wird. Das letzte in Europa errichtete AKW kostete gut sieben Mal so viel wie ursprünglich angegeben und benötigte 20 Jahre reine Bauzeit, obwohl dabei ein schon wiederholt gebautes Modell kopiert wurde. Der koreanische Reaktor APR-1000 soll dagegen in Dukovany weltweit erstmals gebaut werden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die jetzt genannten Kosten-Obergrenzen in den Jahrzehnten der Errichtung purzeln werden", greift atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber auf die Erfahrungen der jüngsten AKW-Projekte zurück und stellt fest: "Wir alle werden dieses absehbare Finanzdebakel über das EU-Finanzsystem zu zahlen haben."
Um das erwartbare Fiasko vor der Öffentlichkeit zu verbergen, hat die tschechische Regierung einen zynischen Plan entwickelt. Sie will die Transparenz bei Atomkraft-Verträgen wesentlich einschränken. Diese sollen nicht mehr im öffentlich einsehbaren Vertragsregister aufscheinen.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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13.08.26
atomstopp: AKWs nicht hitzetauglich - Politik muss aktiv werden
Kühlwasserprobleme sind beim geplanten Dukovany-Neubau absehbar, während schon jetzt Hitzewellen, Niedrigwasser und Quallen bestehende Atomkraftwerke immer häufiger unter Druck bringen
"Die Bundesregierung darf der Atomlobby nicht länger das Feld überlassen. Ansichts der massenhaften Probleme in den AKWs ist die Zeit günstig für eine österreichische Initiative auf EU-Ebene, die neue Atomprojekte und Laufzeitverlängerungen konsequent bekämpft", fordert Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!
Besonders absurd ist die Situation im nur 30 Kilometer von Österreich entfernten Dukovany. Dort plant die tschechische Regierung zwei neue AKW-Blöcke und hat sich für ein koreanischen Modell entschieden. Für dessen Auslegung steht aber nicht genug Kühlwasser zur Verfügung. Daher muss ein um 30 Prozent kleinerer Reaktor entwickelt werden.
Dabei zeigen die vergangenen Tage deutlich, wie schnell Kühlwasser bei der Produktion von Atomstrom zu knapp werden kann. Rumänien versuchte mittels Felssprengungen den Wasserstand der Donau zu erhöhen, um das AKW Cernavoda nicht vom Netz nehmen zu müssen. Genützt hat es nichts, denn jetzt muss es nach Angaben des rumänischen Energieministeriums vollständig abgeschaltet werden. Ungarn verlor 40 Prozent seiner Stromproduktion, weil das AKW Paks wegen des niedrigen Donaupegels auf 12 Prozent gedrosselt werden musste. Wie schon in den letzten Jahren mussten in Frankreich und der Schweiz zahlreiche Reaktoren wegen fehlendem oder überhitztem Kühlwassers teilweise gedrosselt, teilweise abgeschaltet werden. Slowenischen Umweltorganisationen zufolge wird beim Reaktor Krsko das Kühlwasser mit einer höheren als der erlaubten Temperatur in die Save zurückgeführt. Dagegen haben sie Beschwerde bei der EU-Kommission eingebracht. Aber auch AKWs an der Meeresküste sind von der Erdüberhitzung betroffen. Beim größten AKW in Westeuropa im französischen Gravelines mussten bislang 3 der 5 betriebsbereiten Blöcke komplett abgeschaltet, einer getrosselt werden, weil wärmeliebende Quallen die Wasserleitungen verstopfen.
"Während die bestehenden AKWs durch die Erdüberhitzung immer häufiger unter Druck geraten, verspricht die Atomlobby gegen alle Fakten, dass AKW-Neubauten einen Beitrag zur Klimawende leisten können. Dieser falschen Erzählung der Atomindustrie muss die österreichische Bundesregierung endlich entschieden entgegentreten und eine wirksame Allianz der AKW-Gegner schmieden. Immerhin ist eine satte Mehrheit von 15 EU-Staaten atomkraftfrei", zeigt sich Stoiber überzeugt, dass seitens der Politik viel mehr gegen AKWs getan werden kann.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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