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22.06.26
atomstopp: 200 Millionen Euro Anlegergelder für AKW-Entwicklung mit Norbert Hofer und Robert Holzmann, aber kaum Forschern?
Grazer Firma Emerald Horizon will Anlegergeld an Wiener Börse einsammeln. Trotz angeblich breitem Spektrum an Hochtechnologien beschäftigt sie nur wenige Forscher_innen.
Ein Blick auf das Personal der Grazer Firma wirft Fragen auf. Insgesamt 48 Personen werden als Teammitglieder geführt, darunter auch Externe, bei denen nur der Vorname und abgekürzte Nachname angegeben ist. Zum Team werden 4 Vice Presidents, 4 Aufsichtsratsmitglieder, 3 Beiräte und auch 7 Externe gezählt. Für Forschung und Entwicklung werden 16 Personen angeführt, davon nur 2 promovierte, bei 5 ist kein akademischer Grad angegeben. Gleichzeitig behauptet das es laut Eigenbezeichnung "Deep-Tech-Unternehmen", einen neuartigen Thorium-Reaktor entwickeln zu wollen, eine bislang trotz weltweiter Forschungsanstrengungen nicht beherrschbare Technologie. Daneben will die Firma ab dem zweiten Halbjahr 2026 ein anspruchsvolles Strom- und Wärmespeichersystem auf den Markt zu bringen.
"Wenn ein Unternehmen gleichzeitig an überaus komplexen Atomreaktoren, Energiespeichern und weiteren Zukunftstechnologien arbeitet, stellt sich die Frage, wie eine Umsetzung mit einer derart kleinen Forschungsabteilung gelingen soll", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.
Bemerkenswert ist auch die Diskrepanz zwischen den wirtschaftlichen Kennzahlen und den Börsenplänen. Im aktuellem Abschlussbericht sind als Umsatzerlöse nur 224.983 Euro ausgewiesen. Dennoch soll die Firma rund 790 Millionen Euro wert sein.
"Ausgerechnet Norbert Hofer und Robert Holzmann treten heute als Vice Presidents dieses Unternehmens auf, das beim Börsengang mehr als 200 Millionen Euro einsammeln will. Brisant daran ist, dass sie Emerald Horizon bereits zuvor in ihren öffentlichen Funktionen eine prominente Bühne verschafft hatten", so atomstopp-Geschäftsführer Stoiber abschließend.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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18.06.26
atomstopp: Schweizer Bevölkerung wird voraussichtlich über Aufhebung des AKW-Neubauverbotes abstimmen
Vor der Abstimmung muss der zuständige Minister die Kosten für Atomkraftwerksbauten vorlegen. Angesichts von Umfragen sollte das Neubauverbot weiterbestehen.
Der Schweizer Nationalrat hat die Aufhebung des einfachgesetzlichen AKW-Neubauverbots denkbar knapp mit 100 zu 98 Stimmen unterstützt. Sollte angesichts dessen die Atomlobby ihre sogenannte Blackout-Initiative - konkret die Volksabstimmung dazu - zurückziehen, weil ihr die beschlossene Gesetzesänderung genügt, wird die Schweizer Bevölkerung mit großer Wahrscheinlichkeit dennoch in einem Referendum über das AKW-Neubauverbot entscheiden. Von verschiedenen Gruppen wurde dessen Einleitung bereits angekündigt, für die 50.000 Unterschriften genügen.
Bevor das Volk an der Urne über das AKW-Neubauverbot entscheidet, muss der zuständige Bundesrat (entspricht einem Minister) Albert Rösti einen Bericht über die finanziellen Folgen von AKW-Neubauten vorlegen. Dann wird es unvermeidlich sein, die finanziellen Debakel, zu denen sich sämtliche Reaktorbaustellen in Europa in den letzten Jahrzehnten entwickelten, aufzuzeigen. Exemplarisch steht hier das AKW Flamanville in Frankreich: 2007 wurde es der Öffentlichkeit mit 3,3 Milliarden Euro verkauft, jetzt liegt der Preis bei 23,7 Milliarden.
"Wenn die Schweizer_innen den Preis von Atomkraftwerken erfahren, bestehen gute Chancen, dass sich die derzeit knappe Pro-Atom-Stimmung dreht und das AKW-Neubauverbot weiter besteht", ist Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! überzeugt.
Trotz jahrelanger Angstmache mit Blackout-Szenarien und obwohl die Initiative sogar unter dem Titel 'Blackout stoppen' geführt wurde, würde derzeit nur eine knappe Mehrheit für die Aufhebung eines Neubauverbotes stimmen.
"Unabhängig vom Ausgang der derzeitigen Atomstromdebatte in der Schweiz und selbst wenn es gelänge, eine Standortfrage rasch zu klären, würde ein neues AKW nach den bisherigen Erfahrungen eher nach 2050 in Betrieb gehen. Bis dahin wird genug Strom aus Erneuerbaren zur Verfügung stehen und niemand mehr in teuren Atomstrom investieren", so atomstopp-Geschäftsführer Stoiber.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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